Der leichte Unterschied

Der leichte Unterschied

In meinem kurzen Artikel möchte ich einen Kniff loswerden, der besonders vorsichtig fressende Fische an den Haken bringt. Manchmal schwimmen Fische die Futterplätze nur sporadisch an und schnüffeln ein wenig darin herum. Aufgenommen werden dann eher kleine Futterpartikel wie Hanfkörner oder vielleicht mal ein einzelnes Maiskorn. Großen und schweren Ködern wird keine Beachtung geschenkt. Die Gründe können vielschichtig sein. Hier kommen wie so oft Wetterumschwünge, Sauerstoffmangel und zu viel natürliche Nahrung in Betracht. An diesen Faktoren kann ich nichts ändern, ebenso wenig kann ich mir meine Zeit zum Fischen aussuchen und muss aus der Situation das Beste machen. Ich versuche in diesen Phasen meine Hakenköder extrem zu minimieren, oder zumindest ihre Gewichte zu verringern. Kommt ein Staubsauger mit halber Saugkraft, so muss mein Rig trotzdem in das Maul hineinfliegen können. Das geht ganz einfach, indem ich meine Köder zum Teil mit einem Auftriebskörper kombiniere. Ein ganz einfaches Beispiel wäre hierfür der Snowman. Das ist eine (geradeso noch sinkende) Kombination aus einem Bodenköder und einem PopUp. Nachteil an diesem verlockenden Cocktail ist jedoch die Größe. Ich möchte ja kleine Köder anbieten, also muss ich einen Teil des Köders entfernen und ihn durch Foam (Schaumstoff) ersetzen. Dafür gibt es von Gardner einen speziellen Bohrer (Boilie Drill) im Set zusammen mit dem Schaumstoff. Es gibt auch noch verschiedene Farben oder Korkstäbchen. So kann man die Präparation unauffällig gestalten, aber natürlich auch hervorheben. Die Vorgehensweise ist recht simpel. Ich nehme meinen Köder, zum Beispiel eine Tigernuss oder einen Boilie. In diesen wird mittels Drillbohrer ganz vorsichtig ein Loch hineingedreht. Wenn ihr das ein paar Mal gemacht habt, ist es spielend einfach. Nun sucht ihr euch nach Belieben die Farbe des Schaumstoffes aus und steckt es in den Köder. Sollte es etwas klemmen, dann muss man es leicht drehen. Das überstehende Ende schneide ich schließlich mit dem Messer ab. Mein Köder hat nun einiges an Gewicht verloren und bei leichter Wasseraufwirbelung steigt er bereits nach oben. Die daneben befindlichen Bodenköder rühren sich hingegen nicht von der Stelle. Den Foam kann man natürlich auch in einem Dip tränken. Er hebt sich somit noch deutlicher vom Rest des Futters ab. Den Köder auf dem Haar anzubringen kann manchmal schwierig werden, da er nach der Bearbeitung ja nun sehr dünnwandig ist. In diesen Fällen kann das Haar auch längs durch den Schaum gezogen werden. Keine Angst, es sitzt so straff, dass die Außenhaut nicht herunterrutschen wird. Diese Variante wird immer funktionieren und kann natürlich immer eingesetzt werden. Es ist egal ob bei Tag oder Nacht, egal ob die Fische schon oft gehakt waren oder nicht, egal ob sie derzeit gut oder schlecht fressen. Einziger Nachteil ist, dass wir so keine schwebenden Miniköder herstellen können. Doch ist das nötig? Ich denke nicht, denn es gibt ja noch jede Menge Auswahl an Fake Baits. Wer der Meinung ist, dass momentan ausschließlich Miniköder den Erfolg bringen können, der ist mit einem Imitat gut beraten. Es ist so hergestellt, dass es bereits schwimmt oder zumindest deutlich leichter ist, als der „echte” Köder. Wer sich also auch bei einem einzelnen Maiskorn abheben will, der kann einfach die bunte Kopie verwenden. Als ich die ersten Versuche mit reinen Plastik Ködern gemacht habe, war ich sehr skeptisch und habe sie vorher 2 Tage in einem Dip getränkt. Erst nachdem ich einen ungeplanten Trip gemacht hatte und keine gedippten Fakeköder zu Hand hatte, durfte ich völlig überrascht feststellen, dass es auch so völlig problemlos funktioniert. Als Einzelköder nehme ich sie nicht gerne, aber inmitten einiger anderer Partikel wird es immer wieder funktionieren. Der Effekt ist also beim Fake der gleiche wie bei den gefoamten Ködern, sie sind nur in der Größe unterschiedlich. Ärgern darf man sich aber nicht, wenn es zu Fängen jeder Art kommt, denn je kleiner die Köder werden, umso mehr werden auch andere Fischarten Gefallen daran finden. Das sollte aber gar kein Problem sein, denn ich nutze die speziellen Varianten nur bei Beißflauten, oder falls ich einen Zielfisch habe, der mit herkömmlichen Ködern einfach nicht zu überlisten ist. Grund hierfür könnte eine seltsame Fressgewohnheit sein, der ich somit vielleicht eher entgegenkomme. Seid also gespannt, es wird Überraschungen geben!

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